Gelassenheit...


Begegnen Sie Ihrem Stress doch mit Gelassenheit! - Gelassenheit und Resilienz


Folgender Wunsch eines Klienten hat uns erreicht: „Könnt Ihr mal was zum Thema Gelassenheit schreiben? Ich wünsche mir in manchen Situationen gelassener sein zu können.“


Klar, das machen wir gerne. Jeder kennt das Thema. Wenn das nur so einfach wäre...



Unsere körperliche Stressreaktion ist darauf ausgerichtet, Überleben zu sichern. „Fight or Flight“ ist die Zuspitzung einer Situation, in der wir all unsere Ressourcen brauchen, um zu überleben. Unser Körper verwechselt also eine herausfordernde Situation mit einer, in der wir um unser Überleben kämpfen müssen. In diesem Modus maximieren wir unsere Aufmerksamkeit, wir mobilisieren unsere Muskeln und unser Immunsystem. Die körperlichen Vorgänge lassen unsere emotionale Intelligenz sinken und minimieren unseren Fokus auf ein paar wenige aber überlebensnotwendige Aspekte. Entscheidungen zu treffen, wird eine Sache von Intuition und Gefühlen. Reflexion, Analyse und Planung weichen programmierten Routinen und musterhaftem Verhalten.


Im Gegensatz dazu nehmen wir im gelassenen Zustand der Ruhe viel mehr von der Welt um uns herum wahr, wir können mit anderen Menschen viel empathischer umgehen und können besser mit unserer Energie haushalten. Wir können uns auf das konzentrieren, was wir in diesem Moment tatsächlich benötigen und bekommen eine Menge Dinge besser und schneller erledigt.

Außerdem sind wir maximal kreativ wenn wir gelassen und ruhig sind, nicht wenn wir maximal fokussiert oder gar gestresst sind.


Damit wäre der Zustand gelassener Ruhe eigentlich auch ein sehr produktiver.

Nur: wie kann sich Gelassenheit und Ruhe einstellen, wenn wir dauerhaftem Stress ausgesetzt sind?

Emma Seppälä, Science Director des Center for Compassion and Altruism Research and Education an der Stanford University und Autorin des Bestsellers „Der Trick mit dem Glück: Mehr erreichen durch weniger tun.“, empfiehlt folgende Praktiken:

  1. Atmung: Bewusstes Atmen aktiviert das parasympathische Nervensystem und damit die beruhigende Seite des Körpers (reduziert die Herzfrequenz und den Blutdruck). Eine Atemübung um ruhig zu werden: Einatmen (z.B. 1-2-3-4) – Atem halten (z.B. 2 sec) – zweimal so lang Ausatmen (z.B. 1-2-3-4-5-6-7-8)

  2. Selbst-Mitgefühl: Selbstkritik zerstört Resilienz und verhindert das Lernen aus Fehlern. Selbst-Mitgefühl heißt, achtsam mit seinen Emotionen zu sein, sie zu beobachten und sich nicht mit ihnen zu identifizieren. Selbst-Mitgefühl heißt auch, zu sich selbst in einer warmen und freundlichen Art sprechen zu können.

  3. Verbindung: In einer Beziehung zu 100% präsent zu sein, aktiviert das körpereigene Hormon Oxytocin und natürliche Opioide, die Körper und Geist beruhigen. Beziehungen und Gemeinschaft spielen eine große Rolle für die Gewinnung von Resilienz.

  4. Mitgefühl: Mitgefühl zu empfinden führt zu niedrigerer Herzfrequenz und aktiviert wiederum das parasympathische Nervensystem. Anderen zu helfen und sie zu unterstützen, trägt zur Gemeinschaft bei und energetisiert uns selbst.


Es gilt also auch in schwierigen Zeiten, Selbst-Mitgefühl zu haben:

Es ist in Ordnung, sich schlecht zu fühlen.

Resilienz heißt nicht, immer und überall glücklich zu sein.


Tipps zum Weiterlesen:

Emma Seppälä, "Four ways to calm your mind in stressful times" (greatergood.berkeley.edu)

Thomas M.H. Bergner, “Burnout-Prävention”, Schattauer


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